Warum der Kindergarten unserem Kind nicht gut tat

Überall hört und liest man es; der Kindergarten ist ein oder sogar der Eckpfeiler der Kindheit. Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglichen das Erlernen sozialer Kompetenzen. Ausgebildete Fachkräfte sollen unsere Kleinen von vorne bis hinten fördern und durch die professionelle Betreuung unserer Lieblinge wird uns Eltern die Ausübung des Berufes ermöglicht, wir sind kein verschwendetes Humankapital. Juhu!

Ich finde das alles etwas übertrieben und vorBaby & Kleinkind Halt geben allem vermisse ich da die Bedürfnisse der Kinder. Gerade im Krippenbereich gruselt es mich, denn ich frage mich, wie man den Kindern bei einem Betreuungsschlüssel von 1:5 gerecht werden will. In den ersten Lebensjahren geht es vor allem um Bindung, Verlässlichkeit und Sicherheit. Was wir in unseren ersten Lebensjahren erleben, prägt uns für unser gesamtes Leben, obwohl wir uns an diese Zeit nicht erinnern können. Da frage ich mich: Fühlt mein Kind sich sicher, wenn ich es gegen seinen Willen im Kindergarten abgebe? Empfindet es mich als verlässlich, wenn es meine Nähe braucht, um sich sicher zu fühlen, und ich gehe trotzdem? Das Konzept Geld verdienen kann es ja noch nicht begreifen.

Für mich stand jedenfalls fest, dass meine Kinder frühestens woanders betreut werden, wenn sie sich verständlich ausdrücken können. Wenn sie Sorgen haben, möchte ich diese verstehen können.

Wird der Kindergarten den Kindern gerecht?

Ich wage tatsächlich, dies zu bezweifeln. Wenn ich überlege, wie viel Platz X Kinder haben, dann sehe ich zu wenig Raum für Bewegung und zum aus dem Weg gehen oder sich zurück ziehen. Wenn ich überlege, wie viele Kinder zusammen kommen, fallen mir vor allem der Lärm und die Unordnung (damit meine ich nicht das verstreute Spielzeug) auf. Wenn ich mir den tatsächlichen Betreuungsschlüssel, der selten beim empfohlenen 1:3 liegt, anschaue, dann sehe ich ungestillte Bedürfnisse, übersehene Trauer, Angst und Sorgen…

Ja, sie tun ihr Bestes, damit es unseren Kindern gut geht, so weit es möglich ist. An Bildung wird gespart, hier zu wenig Personal, da zu viel Druck. Was das nach sichziehen kann, kannst du in diesem Artikel der Zeit Online nachlesen. Ich möchte noch kurz anmerken, dass es mir in keinster Weise darum geht, Eltern zu kritisieren, die das Angebot nutzen (müssen). Mir geht es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht allen Kindern gut tut, in den Kindergarten zu gehen und mir geht es darum, dass sich die Zustände in den Kitas bessern. Mehr Personal und für dieses auch noch besseres Gehalt zum Beispiel.

Warum habe ich entschieden, mein Kind wieder selbst zu betreuen?

Weil ich es kann. Das muss man ja noch dazu sagen, dass das mittlerweile Luxus ist, der leider nicht allen gegönnt ist. Ich habe das Glück, weil ich ein Baby habe, das ich selbst betreue und weil mein Studium mir Flexibilität ermöglicht. Wäre ich erwerbstätig sähe das vielleicht anders aus.

Nachdem also das letzte „freie Kind“ in die Krippe kam, beschlossen mein Mann und ich, unserem Sohn etwas Gutes zu tun und ihn ebenfalls anzumelden. Zwei Monate vor dem dritten Geburtstag war das. Die Eingewöhnung verlief problemlos, nicht eine Träne, nicht ein Zögern seinerseits. Theoretisch hätte ich am ersten Tag schon gehen können. Die Erzieherin war erstaunt über seine Offenheit und darüber, wie sozial er ist. Sie erzählte uns, jemanden wie ihn habe sie noch nicht erlebt. Anfangs ging er auch gerne hin, freute sich auf die Kinder und vor allem das Bällebad im Gruppenraum.

Mir fiel beim (langwierigen) Hinbringen und Abholen auf, wie mehrfach weinende Kinder ignoriert oder angemault wurden. Mein Mann bekam mit, wie unserer Bekannten erzählt wurde, ihr Kind habe über eine Stunde geweint und man habe „schon“ überlegt, sie anzurufen, aber es habe sich ja dann beruhigt. Einen Teil der Situation hatte ich am Morgen mitbekommen und zumindest in dieser Zeit wurde dem Kind, das wirklich bitterlich weinte, nur im vorbei gehen immer mal gesagt, es sei alles gut, die Mama käme ja wieder… Das waren Momente, die mein Vertrauen sehr schmälerten und dadurch, dass entweder Sohn1 oder Sohn2 Trubel machten, war ein ruhiges Ansprechen beim Bringen oder Abholen auch nicht möglich.

Dazu kamen massive Veränderungen im Verhalten Freies Kind lebt gut ohne Kindergartenmeines Sohnes. Wir waren es gewohnt, vormittags und nachmittags draußen zu sein. Wir hatten Tage, an denen wir vier Stunden unterwegs waren, Kinderturnen hatten, danach über eine Stunde mit dem Laufrad unterwegs waren (mein Mann joggte nebenher!) und dann noch tobten und Fußball spielten, ehe er müde genug zum Schlafen war. Und diese Tage waren eher die Regel als die Ausnahme. Jetzt war er mittags beim Abholen schon so müde, dass er nicht mal mehr raus wollte. Wer Kinder hat, kennt bestimmt diesen Zustand zwischen sehr müde und total überdreht sein – und weiß wie anstrengend das für beide Seiten ist.

Seine Gefühle konnte er eigentlich schon gut verständlich machen und Ventile für diese finden. Nun kam es zu immer mehr Wutanfällen, die nun auch Tritte und Schläge mit sich brachten. Seine vorherigen Strategien halfen ihm nicht mehr. Gleichzeitig wurde er immer anhänglicher und weinerlicher. Morgens mochte er nicht mehr aufstehen, sondern ganz lange kuscheln. Irgendwann wollte er dann aber doch noch jeden Tag in den Kindergarten, also gingen wir.

Im Hinterkopf waren noch die vielen Kommentare, wie wichtig es doch für die Entwicklung sei. Wir aber machten uns Sorgen, denn ganz offensichtlich ging es ihm mit der Situation nicht gut. Nach und nach dämmerte uns, dass er etwas von mir mitbekommen hatte, das sich nun immer deutlicher zeigte und für das wir einen Weg finden mussten.

„Tja, da ist Ihr Filter, der das Gehirn vor zu vielen Umweltreizen schützt, durchlässiger als bei den meisten Menschen. Dafür müssen wir jetzt Strategien finden, denn ändern oder ‚daran gewöhnen‘ ist nicht im Rahmen des Machbaren.“

Für viele nicht nachvollziehbar und nicht begreifbar. Das sind übrigens die Worte meines Hausarztes vor knapp zehn Jahren. Während des Gespräches ging es damals darum, dass mir z.B. Lärm, größere Menschengruppen oder sogar Gerüche teilweise sehr zusetzen. Klingt für viele albern, aber ich erinnere mich beispielsweise an die Hochzeit meines Schwagers. Viele Leute, laute Musik und flackernde, bunte Lichter lösten bei mir Herzrasen, Zittern und Atemnot aus. Ähnlich ging es mir während den Vorlesungen: ~700 Hörer in einem für 450 Leute vorgesehenen Hörsal, permanentes Handygesurre und überall bunte Bildschirme der studentischen Laptops. Oder heute früh, nachdem Besuch sehr intensives Deo in unserem Bad versprüht hat. Ich – oder mein Körper – reagiere also sehr empfindlich auf Reize, bin schlicht schnell überreizt.

So banal das für andere sein mag, mir macht das wirklich zu schaffen und für uns war es naheliegend, mal bei unserem Sohn zu überlegen. Stillen war z.B. grundsätzlich nur möglich, wenn wir alleine waren. Draußen hat ihn sogar das Gezwitscher der Vögel gestört. Wenn ihm jemand Bilder oder Videos auf dem Handy gezeigt hatte, ist er „zuverlässig“ vor dem Einschlafen vermeintlich grundlos völlig ausgerastet und war durch nichts zu beruhigen. Das ist natürlich schön, wenn das von Außenstehenden als Unsinn abgetan wird und die Bitte, ihm keine Bilder mehr zu zeigen, ignoriert wird. Denn sie müssen ihm dann ja nicht beistehen, wenn er eine Stunde durchweint, ehe er die Eindrücke des Tages so weit verarbeitet hat, das Schlaf möglich war. (An dieser Stelle herzlichen Dank an diejenigen, die uns ernst genommen haben!) Laute Geräusche wie den Pürierstab oder Staubsauger kann er auch nicht ab und bittet grundsätzlich darum, das Gerät auszuschalten oder flüchtet gleich. Wir gingen erst davon aus, dass die Geräusche ihm Angst machen, aber mittlerweile kann er sagen, was ihn stört: Es ist ihm einfach zu laut.

Das ist jetzt nur ein sehr winziger Auszug und ich möchte nicht weiter darauf eingehen, weil ich denke, dass es ihm später möglicherweise unangenehm sein könnte, wenn ich hier (noch mehr) persönliche Details preis gebe.

Wir beschlossen, noch abzuwarten und zu schauen, ob es nicht doch andere Ursachen haben könnte. So weit kamen wir dann aber gar nicht, denn kurz darauf stand mein Sohn am Eingang zum Gruppenraum und normalerweise lief er sofort los und ich musste ihn zurück rufen, damit er sich überhaupt verabschiedet. Dieses Mal drehte er sich um, zog mich zurück zur Tür und brach in Tränen aus. Wir haben ihm immer versichert, dass er nichg bleiben muss, wenn er nicht will und als er sagte, er will heim, war für mich klar, dass ich ihn ohne Diskussion mitnehme. Gerade nach den letzten Wochen war mir bewusst, dass alles andere ein Vertrauensbruch für ihn sein würde.

Die Erzieherinnen kamen, wollten ihn überreden, doch zu bleiben und redeten auf mich ein, dass er lernen müsse, dass seine Entscheidungen Konsequenzen haben. Er müsse bleiben, wenn er sagt, er geht hin.

Nein. Einerseits zweifel ich an, dass er schon so viel Weitsicht besitzt und andererseits darf er gerne feststellen, dass seine Entscheidung quasi falsch war. Dass seine Entscheidungen Folgen haben, lernt er im Alltag so oder so, da muss ich ihm keine Konsequezen aufzwingen, wenn sie nicht nötig sind.

Nein, ich kenne mein Kind.* Kenne seine Vorgeschichte, seine Sorgen und Ängste. Ich weiß, wann ihm was zusetzt und bedrückt. Ich weiß, was ihm Sicherheit und Halt gibt, was er braucht, um sich geborgen und geliebt zu fühlen – und wir haderten ja schon eine Weile. (*An dieser Stelle möchte ich auf den schönen Artikel von Susanne auf geborgen-wachsen.de verweisen.)

Wir gingen also heim und ich spürte, wie ihm da ein riesiger Stein vom Herzen fiel. Mein Mann und ich beschlossen, ihn probehalber daheim zu lassen und zu schauen, wie es ihm geht. Die Wutanfälle wurden wieder deutlich weniger, es wurde nicht mehr gehauen oder getreten. Er war wieder viel gefestigter und ausgeglichener.

Die Frage, ob er daheim bei Mama und seinem Bruder bleiben wolle, bejahte er. Mehrfach.

NAlltag ohne Fremdbetreuungach und nach stellte sich heraus, dass es ihm im Kindergarten zu laut war und dass keine wirkliche Rückzugsmöglichkeit geboten war, machten ihm zu schaffen. Gleichzeitig freute er sich anfangs aber auch auf die Kinder und das Bällebad. Das vermisst er heute noch.

Auch dass er sich unerwünscht gefühlt hatte äußerte er irgendwann. Das Baby war da und nun „musste“ er in den Kindergarten, während das Baby bei Mama sein „durfte“. Er hatte Angst, dass ich ihn nicht mehr lieb haben könnte. Wir haben natürlich darüber geredet und ich hoffe, ihm ist nun bewusst, dass er nie gestört hat und ich ihn immer noch genauso lieb habe wie vor der Geburt des Bruders.

Ich plädiere hiermit also für mehr Achtsamkeit im Umgang mit den Bedürfnissen unserer Kinder. Von Seiten der Eltern und der ErzieherInnen und dass diese –  verdammt nochmal – endlich fair entlohnt werden.

Ob das so richtig ist, wird sich zeigen und eventuell bereue ich es eines Tages. Momentan fühlt es sich richtig an und ich freue mich, dass mein Sohn mich wieder Energie geladen durch die Gegend scheucht, wir viel draußen sein und Spaß zusammen haben können. Vor allem aber tut es gut, dass eigene Kind wieder so zu erleben, wie es immer war und nicht mehr den müden Schatten, der er zur Kindergartenzeit war.

Tja, und dann werden wir demnächst wohl den größten Missstand hier beheben und ein Bällebad kaufen…

Interesse an mehr?

Hast du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie bist du damit umgegangen, was war eure Lösung? Wenn du magst, kannst du mir gerne einen Erfahrungsbericht schicken und ich teile ihn hier, um anderen Eltern Mut zu machen.

Erfahrungs- & Medienberichte zum Thema Kigafrei

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Häufig gestellte Fragen zum Thema habe ich hier beantwortet.

über Amy

Amy ist Mutter von zwei Jungs (*2013 & *2015) und schreibt auf dem Blog meinRabennest seit 2016 über pagane Elternschaft und eine freiere, gesellschaftskritische Sicht auf die Erziehung. Im November 2016 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und arbeitet von Zuhause aus in der Magieweberei, wo zauberhaften Filzpuppen, Edelsteinschmuck für das seelische Wohl und anderes Hexenwerk ein neues Zuhause suchen.

50 Kommentare zu “Warum der Kindergarten unserem Kind nicht gut tat

  1. Danke für diesen sehr persönlichen Einblick. Ich finde eure Entscheidung, ihn daheim zu betreuen, richtig und lobenswert. Es geht in erster Linie um die Bedürfnisse des Kindes und um Sicherheit und Geborgenheit. Ich selbst bin mit fünf Jahren für 1 Jahr in die Kita gekommen und fand es klasse, ich war ja auch schon etwas größer. Mein kleiner Bruder kam mit drei in den Kiga und es machte ihn ganz schlimm fertig. Mein eigener Sohn ist im März zwei geworden und wird dieses Jahr auf keinen Fall fremdbetreut werden. Er ist ähnlich wie dein Sohn und schnell überreizt. Außerdem ist er sehr anhänglich und braucht ständig meine Nähe. Ich will ihn nicht unnötig stressen. Wir überlegen sogar, ihn erst mit vier oder fünf Jahren in den Kindergarten zu bringen, evtl. auch gar nicht…Momentan sehe ich es so, dass er in seinem zu Hause besser aufgehoben ist.
    Liebe Grüße
    Elena

    • Danke für deinen Kommentar! So empfanden wir es auch, als er zwei Jahre wurde. Da war es für uns noch unvorstellbar, dass er freiwillig(!) woanders bliebe und es ihm gut damit ginge. Ich freue mich, dass euer Sohn in seinem Nähebedürfniss und allem von euch angenommen wird, denn wie du es richtig sagst: Es geht um Sicherheit und die Bedürfnisse der Kinder.

  2. Sehr gute Entscheidung in eurem Fall. Ich glaube viele könnte mit ihren Kindern aus finanzieller Sicht auch zu Hause bleiben und vielen Kindern würde es dadurch besser gehen. Man müsste halt auf den teuren Familien-Urlaub, das neuste Auto und die Marken-Klamotten verzichten. Meine 5-Jährige geht gerne im den Kindergarten und fordert ein was sie braucht. Aber ich habe besonders in unserem alten Kindergarten auch Kinder gesehen die eher introvertiert sind und bei der Eingewöhnung Tage lang geweint haben. Da verstehen ich Erzieher und Eltern nicht. Vielen Kindergärten fehlt wie du sagst auch ein sogenannter Ruhe-Raum, wo sich die Kinder auch mal zurück ziehen können, wenn es ihnen zu viel wird. Ich hoffe euer Artikel erreicht viele Eltern und Erzieher. Liebe 💕 Grüße, Ella

    • Liebe Ella, danke für deinen Zuspruch! Ich denke, es kommt auch sehr darauf an, wo man wohnt. In einer Großstadt könnten wir uns das vermutlich auch nicht oder nur unter schwierigeren Umständen leisten. Ich lese aber auch oft in Foren, dass es vor allem um den Urlaub, das Essen gehen geht, wenn beide arbeiten, und das ist für mich tatsächlich nicht nachvollziehbar. Das liegt wohl aber auch daran, dass ich meine Energie aus anderen Dingen ziehe, vielleicht brauchen andere dafür ja wirklich den Urlaub oder abendliches Ausgehen. 🙂
      Liebe Grüße

      • Liebe Amy, ja wir leben zum Beispiel auch auf dem Land, in einer relativ günstigen Mietwohnung für die Größe. In der Stadt wäre das finanziell nicht möglich. Aber es gibt hier auch genug Eltern die nach Frankfurt pendeln um dort zu arbeiten. Also wer in der Stadt arbeitet, kann eigentlich auch super günstig auf dem Land leben. Das mal nur am Rande. Ich hab ja jetzt gelesen, dass ihr richtig pagan lebt. Ich bin auch Paganistin. Momentan Feier ich die Jahresfeste für mich bzw. mit meiner Gruppe. Da mache ich dann natürlich was für mich, das mir Kraft gibt. Wann ich meine Töchter (3 und 5) mal mitnehmen werden, weiß ich noch nicht. Vielleicht wenn sie selbst Interesse zeigen. Weihnachten und Ostern feiern wir ganz normal. Für mich ist das auch kein Wiederspruch, da ich ja die ursprüngliche Bedeutung dieser Feste kenne (auf die die Kirche dann ihre Feiertage gesetzt hat). Und dass Jesus Geburt und Tod nichts mit Baumschmücken und Eiersuchen zu tun haben, dürfte ja jedem mit ein bisschen Verstand auffallen 😉 also ist Jesus für mich einfach eine historische Person und ein Gelehrter, aber definitiv nicht der „einzige Sohn Gottes“. Wir sind ja alle Kinder des Göttlichen. Tut mir leid, jetzt bin ich ziemlich vom Thema ab. Liebe Grüße aus Unterfranken nach Oberfranken, Ella

        • Kein Problem, ich freue mich einfach, nicht alleine damit zu sein. So kann man das natürlich auch sehen. Ich habe da irgendwie eine Blockade und kann nicht mal sagen, warum. Dem „Natürlichen“ mag ich das „Künstliche“ aber nicht überstülpen, zumal ich auch einfach „weil man das so macht“ nicht mag und wer Gründe zum Feiern sucht, findet im Paganen mehr als genug. 😆

          • Künstlich finde ich es garnicht, die Riten und Bräuche haben sich mit der Zeit einfach verändert. Und ich will meine Kinder davon nicht ausschließen, dass sie z.B. einen Adventskalender haben. Wenn schon im November gefragt wird: „Mama, wann ist denn endlich Weihnachten?“ bin ich eigentlich ganz dankbar, dass sie dann mit dem Adventskalender eine Orientierung haben und so natürlich auch mehr über die Zeit und das Warten lernen. Weil es an Ostern dann auch so war (sie sehen halt die Osterhasen im Supermarkt etc.) haben wir zusammen einen Osterkalender gebastelt (den gibt es auch auf dem Blog zum Ausdrucken). So schafft man sich halt selbst seine Rituale und macht Dinge die einem gut tun. Ich würde auch nie Dinge einfach nur tun, weil man sie eben tut. Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar 🙂

          • Das kommt vielleicht auch darauf an, wie man es selbst kennen gelernt hat. Ich empfand Weihnachtsmann und Eiersuche schon als Kind befremdlich, aber zum Thema äußere ich mich noch ausführlich. Wenn die Zeit mal da ist, gefühlt komme ich nur zum Sternchen und Herzchen verteilen. 😂

  3. Sehr einfühlsam, wie du das begleitet hast.
    Bei der Beschreibung von dir und deinem Kind ist mir noch das eingefallen:
    Schnell überreizt, Lärm nicht mögen, Rückzug brauchen – das passt für mich zu dem Persönlichkeitsmerkmal „hochsensibel“. Dazu gibt es viele neue Hinweise und Bücher. Vielleicht ist das ja interessant für euch.
    LG Yonca

    • Danke für deinen Kommentar und den Hinweis! Ich habe darüber schon ein paar Artikel gelesen und es scheint auch zuzutreffen, aber so ich gut kenne ich mich damit eben auch nicht aus. 🙂

      • Wenn dies als belastend empfunden wird, können speziell auf die Person ausgewählte Bachblüten sehr helfen.

        Und noch was möchte ich anmerken:
        Durch meine Ausbildung und Erfahrung ( selbst 5 Kinder) ist mir bekannt, dass ein Kind nicht vor.dem 4. Jahr in den Kindergarten gehen sollte. Weil bis dahin die Beziehung zur Mutter noch sehr eng ist. Das Kind fängt mit ca 3 Jahren erst an, sich mehr und mehr eigenständig zu fühlen und die Symbiose mit der Mutter zu lösen.
        Das die Kinder mit 3 Jahren und sogar schon viel früher in den Kindergarten „geschickt“ werden, ist doch erst vor ca. 20 Jahren aufgekommen.
        Wenn vorher, dann müsste es eine Kinderkrippe sein, die personal- und einrichtungsmässig total anders ausgestattet ist. Auch die Ausbildung der Erzieherinnen ist entsprechend gestaltet.
        Unsere Frau Merkel und Konsorten hat es aber fertig gebracht, alles zu vermischen und die Qualtität total nach unten zu schrauben.
        Ich muss in diesem Zusammenhang oft an die Intension von Michael Ende denken, der mit seinem Roman diesbezüglich eine deutliche Botschaft unserer Gesellschsft aufgezeigt hat.

        Ausserdem sollte in JEDER Kindertageseinrichtung Rückzugräume vorhanden sein.

        Noch sehr positiv finde ich, dass die Artikelschreiberin erkannt hat, dass das die Geburt des Babys ein verändertes Verhalten ihres Sohnes hervorgebracht hat.
        In diesem Fall war es sehr feinfühlig und richtig entschieden, den Sohn zuhause zu lassen.

  4. Wie schön, dass du die Bedürfnisse deines Kindes so gut erkennst und anerkennst! Ich bin in der Ausbildung zur Erzieherin und bin teilweise auch total fertig nach Feierabend. Das hängt aber vorallem von den Räumlichkeiten und der Tagesstruktur ab. Weiße Wände, kunstlicht, verwinkelte Flure und Zimmer, defekte oder ramponierte Einrichtung usw
    Ein Programmpunkt nach dem anderen zu dem man die Kinder antreiben muss und ihnen einen künstlichen Rhythmus aufzwingen muss…
    So könnte man auch von einem Knast schreiben :/
    Zum Glück sind nicht alle Einrichtungen solche seelenfolter Anstalten.
    Ich finde den Beruf nämlich immer noch sehr schön, es kommt immer darauf an wie man arbeitet 🙂

    • Das klingt auch bedrückend und so gar nicht artgerecht. Sicher gibt es tolle Einrichtungen und einfühlsame ErzierInnen, das möchte ich gar nicht bestreiten. Den Rahmen umzu finde ich idR aber zu eng. ☺

  5. Ich habe meinen Sohn als er etwas über ein Jahr war in der Krippe eingewöhnen lassen – es ging mit nur wenig Tränen – er blieb dort 2 Monate denn nach der Eingewöhnung war er morgens nur noch am weinen wenn ich ihn abgegeben hab er wollte sichtlich nicht. Also hab ich ihn wieder zuhause gelassen und mit etwas über 2 haben wir einen neuen Anlauf gemacht diesmal bei einer Tagesmutti – komplett anders er hat nicht geweint weder bei der Eingewöhnung noch danach, es hat einfach gepasst. Mit 3 ist er in die Kita gewechselt und geht dort gerne und fröhlich hin (wird bald 4) hat Freunde gefunden und wirkt zufrieden in seiner kleinen Kitawelt.
    Ich wurde damals für das rausnehmen aus der Krippe stark kritisiert hab mich aber durchgesetzt und nie bereut.

  6. Wir haben unsere Kinder 5 und 3 auch zu Hause. Meine große war von 2 bis 3,5 in einem kindergarten und sie hat sich nie wirklich wohl gefühlt. Jetzt ist sie Zuhause und ich habe zwei glückliche Kinder zuhause. Ja es ist finanziell nicht wirklich leicht. Aber es lohnt sich…..

  7. So ziemlich genau unsere Geschichte in diesem Jahr. Die gleichen Gründe, die gleichen Resultate. Danke für den Artikel und Gruß aus Köln Jenni

  8. Hallo 🙂

    Vielen Dank für diesen Artikel 🙂

    Ich habe mich im Alter von 3 Jahren gegen den Kindergarten entschieden. Meine Eltern haben es mir möglich gemacht, zuhause zu bleiben.

    Mit 5 Jahren war ich dann bereit, also „erstritten“ meine Eltern mir meinen Platz zurück.

    Ich bin mir sicher: ich werde es bei meinen Kindern genau so machen. Die KiTa bleibt ein unverbindliches Angebot.

    <3

  9. Vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Ich arbeite in einer Großtagespflegestelle und stelle fest, dass die Kinder immer jünger werden die wir betreuen. Es ist auch in meiner Gruppe weniger so , dass die Eltern finanziellen Druck haben, sondern beide gute Jobs und keiner will zurück stecken. Auch ist es total wichtig, was wir gebastelt, gelernt, gefördert haben und ich habe nur Kinder im U3 Bereich. So manches Kind hat Buchungszeiten von 7-17….so lange arbeitet keiner von uns und sie bekommen den Personalwechsel im schlimmsten Falle in drei Gruppen mit. Frühdienst- in die eigentliche Gruppe und nachmittags Spätdienst. Oft sind die Kinder wie bei dir super unkompliziert und werden erst nach Monaten weinerlich und dann müssen wir uns manchmal rechtfertigen. Ich bin auch ein sehr empfindsamer Mensch und an so manchen abgedrehten Tagen tut mir der Lärm und die vielen Empfindungen im Raum körperlich weh. Und ich habe selber sechs Kinder groß gezogen, mache diesen Job schon lange, habe gute Strategien, um stress zu bewältigen…und trotzdem oder gerade wie soll das so ein kleines Wesen bewältigen? Ich liebe meinen Job und versuche den Kindern soviel Ruhe und Halt zu geben wie es mir in meinem Rahmen möglich ist…aber bei einigen meiner Kleinen tut’s mir in der Seele leid, dass sie nicht ein bisschen länger zu Hause sein dürften…gebe aber zu bedenken, dass diese Eltern sich dazu entschlossen haben und davon auch nicht abzubringen wären. Ich rede viel….und überzeuge wenigstens zwischendurch die Stunden zu kürzen oder sie mal tageweise zu Hause zu lassen.

  10. Garantiert die richtige Entscheidung für ein hsp Kind. Toll, dass dieser Junge eine so einfühlsame Mama hat. Ich bekomme auch Herzrasen, Zittern und Bluthochdruck, wenn ich keinen Rückzugsort habe ohne Stimmengewirr, blitzenden Lichtern, tausende Gerüche und Geräusche. Bildschirme und Neonleuchten verursachen auch diese Symptome.
    Alles Liebe ❤️

  11. Vielen Dank für den offenen und ehrlichen Artikel! Ich finde mich/uns darin total wieder! Bin auch aus mehreren Gruppen (Musikgarten/Spielgruppe) raus, weil es meinem Sohn offensichtlich zu viel war. Es gibt dafür übrigens einen Begriff: Hypersensibilität (HSP)… google mal danach, gibt auch online Tests. Ich bin selber so wie Du es auch beschreibst. Mir sind oft Menschengruppen zu viel, aber auch Lärm oder Gerüche. Genau so! Und bei meinem Sohn beobachte ich das ebenfalls!
    Genau wie Du schlage ich mich mit Kommentaren rum wie „Es wäre jetzt aber mal gut für ihn, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein!“ usw. (er ist knapp 2,5 Jahre alt!)… Tatsächlich bin ich am Überlegen, ihn doch im Herbst in die Krippe zu geben, da er offensichtlich möchte… wir werden nochmal „hospitieren“ gehen im Waldorf Kindergarten. Aber ich ahne, dass es ihm ähnlich wie Deinem Sohn gehen wird. Und dann wieder die Leute: „Aber daran kann er doch lernen! Vielleicht braucht er ja gerade das!“ – Wie wollen die denn das besser wissen als eine Mutter wie wir, mit sehr tiefem Gespür „ins Kind“? Hm.
    Bin in ähnlicher „glücklicher“ Situation wie Du als Studentin… habe den Wohnort gewechselt und jetzt in „Elternzeit“… (ALGII) und weiß noch gar nicht, wie es weitergehen wird. Allerdings alleinerziehend- was auch mein Beweggrund für die Krippe ist… ich brauch ab und zu mal Zeit für mich, Haushalt, Planung usw…
    Hm.
    Dein Artikel macht mich aber wieder sehr nachdenklich! Vielleicht warte ich doch noch!!
    Übrigens hab ich genau das Gleiche immer gesagt: „Mein Sohn geht nicht in den Kindergarten, bevor er genug sprechen kann um mir zu erzählen, was passiert ist!!“ … Das kann er inzwischen tatsächlich (sehr früh!)…
    Liebe Grüße!

    • Hallo, das scheint ja doch recht weit verbreitet, bloß oft übergangen oder übersehen. Schade. Ja, ich bin froh, dass ich es von mir kenne, andernfalls hätte ich vielleicht weniger Verständnis.
      Alleinerziehend ist da ja nochmal schwieriger, gerade auch mit dem Studium. Ohne meinen Mann würde ich zu nichts kommen und hab so schon den Eindruck, nichts zu schaffen. Mein Sohn ging anfangs ja auch gerne hin, er sagt auch heute noch, er ging wegen einem bestimmten Kind und dem Bällebad (welches wir immer noch nicht haben, Schande über uns). Zum Turnen will er z.B. oft gar nicht, sondern lieber in den Wald oder Baggersee oder…. Hier ist eh ein Umzug geplant, vielleicht haben wir dort Glück und er bekommt einen Platz im Wald-Kiga, mal sehen.
      Ich drück dir erst mal die Daumen, dass es Herbst ggf. gut läuft!
      Liebe Grüße!

  12. Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich habe eine Zeit lang als Erzieherin gearbeitet – ein Grund warum meine Kinder heute kitafrei aufwachsen.
    Damit möchte ich weder Kolleginnen noch ihre Arbeit diskreditieren, denn sie leisten wirklich sehr viel. Aber die Strukturen, so wie sie sind, möchte ich meinen Kindern nicht zumuten. Außer sie fordern es eines Tage ausdrücklich ein.

    • Danke für deinen Kommentar! Ich finde es toll und wichtig, wenn sich ErzieherInnen dazu zu Wort melden. Vor ein paar Jahren habe ich ein 6-monatiges Praktikum in einem Kiga gemacht und ich hatte den Eindruck, dass das, was man leisten wollte aufgrund der Umstände oft gar nicht leistbar war. Umso trauriger finde ich, dass nun noch mehr oben drauf kam bzgl. Krippenausbau usw., anstatt den ErzieherInnen entgegen zu kommen.

  13. Ich bin, denke ich, der einzige Mann, der sich hier nun auch zu Wort meldet und habe meine eigenen Erfahrungen mit dem Kindergarten gemacht bzw. machen dürfen. Zur damaligen Zeit, ca 1973 😉 war der Kindergarten für mich deswegen in Ordnung, weil ich selbst als Kind erkannte, ab wann es mir zu viel wurde im Kindergarten und ob ich wieder mehr Nähe zu meiner Mutter benötigte. Dann stellte ich mich auf Krankmodus und meine Mutter ließ mich zu Hause. Sie war Hausfrau und Bäuerin zu dieser Zeit und von da her, war es leichter einfach zu Hause zu bleiben. Die chem. Zuckerl, die mir der Arzt dann verschrieb, landeten heimlich im Klo. Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang bei mir selbst für die damalige Intuition, was für mich, für meinen Körper und Geist, gut ist. Ich beschäftige mich sehr viel mit Kindern und ihren gegenwärtigen Problemen und Krankheitssymptomen und ich kann aus meinen Erfahrungen sagen, dass die „unbewusste“ Zeit der Kinder bis zum 5. – 8. Lebensjahr, je nach Aufwachsen und Prägung, die Wichtigste ist. In diesen ersten Jahren laufen die Kinder ähnlich einer am Kopf montierten Videokamera herum, und saugen alles auf. In dieser Zeit benötigen sie vor allem eines – Liebe! Darin enthalten sind Geborgenheit, Nähe, Freude und Glück. Sie formen ihr Gefühl für Zusammenhalt, Unterstützung und Hilfe und viele Faktoren eines schönen Lebens. Erst nach diesen Jahren beginnen sie, ihre frühkindlichen Erfahrungen gemeinsam mit ihren „Vorlebenserlebnissen“ umzusetzen und schließen daraus ihre „Erkenntnisse“. Das gegenwärtige System möchte und will das unterbinden und kreiert Einzelgänger, welche in weiterer Folge, in den nächsten Jahren, leichter manipulierbar und lenkbar sind. Die Mutter meiner herzlichen Tochter ist Kindergartenleiterin und kann ein Lied davon singen, wie das System arbeitet und manipuliert. Die Belastung der Mitarbeiterinnen ist mittlerweile so angewachsen, dass es fast nicht mehr machbar ist, die vielen Vorgaben, Verordnungen und Vorschriften, ordnungsgemäß auszuführen. Sie überlegt mittlerweile nach 30 Jahren, eine Auszeit zu nehmen und den Job zu wechseln.
    Ja, liebe Mütter, und das sind meine Erfahrungen und Erkenntnisse daraus, und es ist für mich persönlich immer wieder schön, wenn ich Eltern dazu bewegen kann, sie wach rüttle, auf ihr Kind zu hören, (wieder) lernen, in das Kind hineinfühlen zu können. Unsere Kinder, besser, unsere jungen Menschen wissen viel mehr, als wir ausgebildeten, umerzogenen Erwachsenen glauben und hoffe, dass sie eine emotionale Intelligenz entwickeln und/oder erhalten, von der die meisten Menschen meilenweit entfernt sind.
    Herzlichen Dank, Harry!

  14. Kinder gehören in den Kindergarten! Man sieht ja immer mehr was heraus kommt, wenn die allerniedlichsten netten Wunderkinder in aller Grenzenlosigkeit mit ihren Luxusmüttern den ganzen lieben langen Tag in dichtbesiedelten Wohngebieten herumtollen und herumkreischen. Erstens lernen Kinder in einem Kindergarten wenigstens ein wenig wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt und zweitens will nirgendwo die ganze Umgebung von solchen ungezogenen Plagen wie sie heute herumpissen am laufenden Band in der Ruhe gestört werden. Mütter und deren Kinder, die sich gemeinsam auf dem grenzenlosen egozentrischen Selbsterfahrungstrip befinden sind für die Umgebung ekelhaft. Es gibt auch Menschen, die ihre Ruhe haben wollen und sich nicht vom vollkommen überflüssigen Gequäke fremder Kinder die Nerven rauben lassen wollen. Es sollte ein Gesetz geben nachdem Kinder zwingend in den Kindergarten gehen müssen!

    • Dachte hier gibt es keine Trolle, aber aufgrund der Ausdrucksweise und Aggression in den Wörtern scheint tarotwelt eine/r zu sein. Ansonsten, wenn tarotwelt keine Kinder bekommen kann, wenn tarotwelt schlechteste Erfahrungen mit Kindern gemacht hat, dann soll sich tarotwelt psychische Hilfe holen. tarotwelt würde ich mit solcher Einstellung, solchen Aussagen gegenüber Kindern, sperren.

      • Zensieren möchte ich hier nicht, auch wenn ich das Geschriebene auch sehr traurig finde und es komplett anders sehe. Ich weiß auch noch nicht, ob oder was ich dazu schreibe, denn das würde vermutlich im Roman enden und ich bezweifel, dass jemand mit so einer Meinung sich dafür interessiert.
        Vorerst wollen aber eh die Kinder versorgt werden, bis dahin also #dontfeedthetroll ☺

        • Das was uns als Erwachsener stört, ist das was wir nie sein durften oder tun dürften. Sprich wenn man als kind nie laut sein durfte oder einfach nur herum tollen durfte, empfinden wir als Erwachsene störend.

          Tut mir leid tarotwelt, aber unsere kinder können da nix zu. Und dürfen einfach nur kinder sein.

  15. Liebe Amy, so viel Verständnis der kleinen Kinderseele ist einfach wunderbar. Ich habe mir mehr als einmal gewünscht, ich hätte diese Klarheit bei meinem Sohn (Erstgeborener) schon gehabt. Ich habe ihn damals mit 1,5 Jahren in die Kinderkrippe gezwungen. Die Hölle für ihn und für mich. Kein morgen ohne Tränen, kein morgen ohne Streß und kein morgen ohne schlechtes Gewissen. Er hat sich am Ende selbst geholfen, indem er von einer Krankheit in die nächste ging. Sein Körper hat in dem Fall seiner Seele geholfen. Als seine Schwester dann zur Welt kam, nach langen, quälenden 8 Monaten Kinderkrippenvesuch und er einfach wieder zu Hause bleiben konnte, in der Familie, war, denke ich, schon zuviel Vertrauen dahin. Das nächste Drama begann dann als der Kindergarten losging, hier schon etwas älter, konnte er das aber besser verarbeiten. Mein Sohn hat bis heute Trennungs- und Verlustängste, die ihn seine ganze Kindheit begleitet haben und nun auch seine Beiehungen belasten. Nie wieder würde ich ein Kind so früh in eine Fremdbetreuung geben und sei sie noch so hochwertig. Meiner Tochter habe ich das nicht angetan und war mit einem glücklichen und zufriedenen Kind belohnt. Ich würde mir wünschen, das noch viel mehr junge Mütter die Bedürfnisse ihrer Kinder sehen und darauf eingehen können. Leider wird den Frauen, heute noch viel mehr als damals, von allen Seiten eingeredet, das es richtig und wichtig ist, das Kind so früh wie möglich von anderen betreuen zu lassen, das sie nur in Arbeit und Beruf sich selbst verwirkichen können und etwas leisten. Schade für viele sensible Kinder und auch schade für viele Mütter, die eigentlich in ihren Herzen wissen was gut für ihre Kinder ist, es aber nicht umsetzen können. Sei es nun „nur“ der finanzielle Aspekt oder der Druck einer Gesellschaft in der man nur etwas darstellt, wenn man im Beruf etwas leistet. Liebe Grüße an dich und deine kleine Familie
    Vera

    • Ich finde es großartige, und freue mich immer sehr, wenn Eltern es begreifen die Welt aus der sich IHRES Kindes zu betrachten. Jedes Kind ist anders und jedes Kind braucht etwas anderes.
      Ich gratuliere dir zu der tollen Bindung die dein Sohn und du erfahren dürft.
      Mein Sohn ist ebenfalls sehr feinfühlig und sensibel und ich bin immerwieder froh, das zu erkennen und mich danach zu richten. Er geht aus diesem Grund auch erst ab dem dritten Lebensjahr und nur für drei Stunden am Tag Indie Kita. Denn Erziehung, Bildung, Ernährung, Einfühlungsvermögen sind Dinge, die ich als Mutter ihm beibringe. Er darf dort Spielen!!!
      Ich würde es immer wieder so machen. Und nur ich persönlich entscheide, wie ich es Handhabe.
      Übrigens bin ich auch Erzieherin, und aus dieser Sicht würde ich es erst recht so machen..

  16. „Dass seine Entscheidungen Folgen haben, lernt er im Alltag so oder so, da muss ich ihm keine Konsequezen aufzwingen, wenn sie nicht nötig sind.“

    Was für ein schöner und kluger Satz – für mich die Quintessenz des ganzen Beitrags. So habe ich es auch gehalten – mit dem Kiga-Besuch, soweit ich konnte. 🙂

  17. Ich habe noch ein Bällebad von meinen Kindern. Durchmesser 165 cm mit Deckel und 4000 Bällen. Möchtest du es haben?

    • Danke für das Angebot! Ist es möglich, dass du mir ein Foto und Preis an amy@meinrabennest.de schickst?
      Bei den meisten ist mir der Rand einfach zu niedrig bzw gar nicht vorhanden und da frage ich mich immer, wie das dann ein Bad sein soll, wenn die Bälle gleich wieder raus rollen. ☺

  18. Ich kann das nachvollziehen, was du schreibst. Ich betreue meine Kinder (3 und 5) auch selbst. Zu diesem Thema gibt es ein ganz tolles Buch von Gordon Neufeld „Die Kinder brauchen uns“ und Dagmar Neubronner hat auch einige Videos dazu veröffentlicht. Finde ich wirklich sehenswert.

  19. Ich habe diesen Artikel von Ihnen mit sehr viel Interesse gelesen. Ich bin Heilpädagogin und sehe dies doch etwas komplexer und differenzierter. In Ihrem Artikel kann ich spüren ,wie sehr dieser Zustand dieses Kindergartens sie emotional noch mit nimmt und wie verletzt sie sich noch von Erziehern und dem Umfeld dieser Kita fühlen.
    Gleich zu Anfang es sind nicht alle Kindergärten so, man sollte dies durchaus auch in ihrem geschriebenen Artikel der Fairness halber mit erwähnen. Es gibt auch sehr harmonische Kindergärten mit sehr aufgeschlossenen ,sensiblen und fähigen Personal (um hier mal eine Lanze für die Erzieher zu brechen). Wahrscheinlich haben Sie sich in dem Kindergarten, in den ihr Sohn ging, nicht wirklich ernst genommen mit ihren Sorgen und Belangen ihres Sohnes von den Erziehern gefühlt . Das ist der Moment, wo man eine Kita sofort wechseln sollte,nämlich wo das Grundvertrauen vom Gefühl her zwischen Eltern und Erziehern gestört ist. Ich weiß leider auch,dass es nicht genügend Kitas bzw. Kitaplätze für die “ Mäuse“ gibt und man meist nehmen muß,was einem angeboten ist. Hier liegt das eigentliche Problem,denn eine Kita die für “ Paul “ gut ist, muß noch lange nicht für “ Anna gut sein.

    Die Schwierigkeiten in einer KIta liegen einerseits wohl im Personalschüssel, aber auch in der Methodik der Erzieher. Unzureichendes Hintergrundwissen ( über ADS , ADHS , Wahrnehmungs und Integrationsstörungen ) oder unzureichende Ausbildungen, besonders bei den älteren Erziehern , Herangehensweisen und Kitakonzepte können in manchen Kitas (in meinen Augen ) sehr oberflächlich oder sachlich ,strukturiert gefaßt sein und werden dann im Team auch so weiter gegeben an Kollegen ,Auszubildende und Praktikanten. Viele Erzieher sind in der heutigen Zeit ( im Rahmen ihrer Ausbildung )
    überfordert mit der ganzheitlichen und individuellen Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung der Kindern ,welche in der heutigen Zeit immer mehr zu nehmen. Dazu kommen in den meisten Kitas noch räumliche Probleme (leider) um einen geeigneten “ Ruheraum “ ( Snozzelraum ) oder Raum der Stille ein zu richten.

    Unsere Umwelt ist leider zu laut geworden und Kinder brauchen natürlich auch ihre Rückzugsorte. Allerdings wäre das auch einmal ein Thema für einen Kita -Elternabend gewesen , den Eltern ansprechen sollten.
    Kinder sind ,wie wir alle ganz unterschiedliche ,kleine “ Wesen“ , die eine individuelle Betreuung und vor allem die Aufmerksamkeit ihrer Bedürfnisse benötigen. Mir geht es darum , nicht die Kitas im allgemeinen zu „verdammen“ ,sondern die bestmöglichste Lösung für das KInd zu suchen . Im Moment in dem Sie sich entschieden haben Ihren Sohn zu Hause zu betreuen , kehrt erst einmal Ruhe ein. Alle in der Familie kommen zur Ruhe -eine entspannte Familiensituation ( wenn man vom alltäglichen Streß absieht ).

    Aber wie geht es weiter ?
    Irgendwann kommt Ihr kleiner Sohn in die Schule , auch da wird es laut sein ,es sind viele KInder da und nicht alle sind immer nett, Anforderungen werden an ihren Sohn gestellt ,die er allein erfüllen muß und Sie werden nicht dabei sein. Jetzt hat er seinen Rückzugsort ,sie haben ihn aus dieser Situation heraus genommen , ( was ich durch aus verstehen kann) doch in der Schule geht das nicht so einfach. Die perfekte Schule gibt es noch nicht, wo alle Kinder nur verständnisvoll und rücksichtsvoll miteinander umgehen.
    Ich kann sie gut verstehen ,wenn sie nach diesem Desaster ihren Sohn lieber nah bei sich betreuen möchten, denn sie kennen Ihren Sohn,wie kein Anderer auf der Welt. Ich möchte ganz kurz in meinem Leben zurück gehen, ich habe dasselbe erlebt, mein Sohn mißverstanden von den Erziehern, Mobbingopfer anderer Kinder,da er eine massive Sprachstörung aufwies und ein wenig entwicklungsverzögert war ,wurde von mir aus der KIta genommen,da alle Reden ,Bitten und Erklärungen mit den Erziehern und mit den Eltern kleiner aggressiver KInder meinem Sohn gegenüber nichts half und meine nächtlichen Tränen und täglichen diesbezüglichen Sorgen immer schwerer wurden. mein Sohn wurde wieder Bettnässer und fing an zu Hause Tempramentsausbrüche zu bekommen und mit mit den Füßen um sich zu treten.Es ging nicht mehr ,das war ein dreiviertel Jahr vor seiner Einschulung. Ein Kitawechsel war schwierig und so blieb er bei mir zu Hause. Auch er konnte nicht gut mit Lärm umgehen ( Kat)
    Dieses Thema beschäftigte mich auch im Nachhinein sehr stark ,um eine Ausbildung als Heilpädagogin mit dem Augenmerk – besondere Kinder , mit ADS , ADHS, Wahrnehmungsstörungen, auditive Wahrnehmungsstörungen ( alles was mit dem Hören,der Filterung des Hörens,ectpp. zu tun hat), motorische Wahrnehmungsstörungen Integrationsstörungen an zu fangen. Ich war an vielen Kitas tätig, um mir ein Bild von den Kindern,den Erziehern und dem Kita-Umfeld zu machen. Ich habe gute ,bemühte ,aber auch schlecht umgesetzt Kitas erlebt und versucht den Mitarbeitern das sensible Bewußtsein für ihre Arbeit mit den KIndern zu erweitern. ( Kat)

    So entspannt,wie Ihre Familiensituation jetzt ist, bitte denken sie weiter vorraus. Ein Vorschlag meinerseits als HP wäre ,suchen Sie sich in der Zeit in der Ihr Sohn jetzt erst einmal bei Ihnen zu Hause ist, ( wöchentlich) einen guten Ergotherapeuten, in dessem Bereich,Sie sich und ihr Sohn gut aufgehoben fühlen. Den “ Schein “ dafür muß ein Kinderarzt ausfüllen,dem Sie Ihr Anliegen schildern. Der Ergotherapeut kann behutsam und spielerisch Ihren Sohn zb. auf die Interaktion mit anderen Kindern vorbereiten ,das Selbstbewußtsein und seine Stärken fördern, ihn ermutigen und helfen mit lauten Geräuschen oder Lärm besser umgehen zu können. Das Problem
    „des Lärms“ wandelt sich in der Schule meist in ein Problem : Geräusch auf der einen Seite und Ablenkbarkeit der Aufmerksamkeit bzw. Konzentration auf der anderen Seite. Je eher da die Hilfe für die Kinder einsetzt,umso besser. Es ist auch wichtig,dass Ihr Sohn lernt sich mit anderen Gleichaltrigen auseinander setzen zu müssen ,ohne die Hilfe der Eltern ( außer es wird gehauen oder schlimmeres,da sollten Erwachsene eingreifen.Wenn Kinder nicht lernen, sich mit Gleichaltrigen auseinander zu setzten, für sich ein zu treten ,wird das für ihr Leben später fatale Folgen haben. Mütter sollten sich aus dieser Gluckenmutterautorität ab eines bestimmten Alters des Kindes, ein wenig zurück ziehen und das Kind ermuntern selbst die Dinge zu tun ( evtl. anfangs mit einer leichten Hilfestellung eines Erwachsenen ) bis sie es ganz alleine können. Dann wächst das Selbstbewußtsein , der Mut und der Stolz des Kindes: “ das habe ich ganz allein geschafft. Dies sollte eines der wichtigsten Ziele der Erziehung der Eltern sein,natürlich mit einer großen Portion Liebe und Verständnis und Hilfsbereitschaft für andere bedürftige Wesen. Daraus entstehen fröhliche , gesunde, und selbstbewußt ausgegliche starke Kinder.

    • Ach wie schön, da kommt der Heilpädagoge durch, der überall ein Betätigungsfeld vermutet und als HP therapieren muss, wo es nichts zu therapieren gibt – aus eigener Betroffenheit.
      Annett, die beste Kita der Welt – Personalschlüssel hin oder her – kann die Bande zwischen Familie (Mutter) und Kind nicht ersetzen. Das sollte man insbesondere in den ersten Jahren akzeptieren, weil es in der Natur der Sache liegt.
      Und diese Litanei von „später müssten die Kinder ja auch“… ich kann sie nicht mehr hören. Ja und? Und was Erwachsene erst ‚müssen‘! Kann man das mit einem Klein- oder Vorschulkind vergleichen? Alles hat seine Zeit. Das sollte man auch als Heilpädagoge und HP wissen. Es gibt Entwicklungsstufen und die kann man nicht vergleichen und meinen, was ein Schulkind ‚muss‘, sollte auch ein kleineres Kind schon verkraften. Kinder müssen sich im Kleinkindalter nicht mit fremden Kindern auseinandersetzen lernen. Das hat die Natur nicht vorgesehen. Mal bei den Affen schauen gehen!

      Und, was hat Mensch sich für Pflanzen ausgedacht, damit sie ungestört und unter optimalen Bedingungen herankeimen können und nicht gleich Wind und Wetter ausgesetzt sind? Treibhäuser – sogar für die Fensterbank. Erst später, wenn sie stark genug sind, werden sie den Unbilden der Natur ausgesetzt.

      Und zum Thema Schule gibt es – *GottseiDank* – auch immer mehr kritische Auseinandersetzung, denn die tut unseren Kindern oft genug auch nicht gut – wieder ein Betätigungsfeld für Berufe, die wir gar nicht bräuchten, wenn Mensch sich auf die Natur und seinen Instinkt verlassen könnte und dürfte.

  20. Pingback: Selbstbetreuung: Häufig gestellte Fragen - Mein Rabennest

  21. Dein Beitrag spricht mir sehr aus dem Herzen. Mein Kind war ab 1 1/2 Jahren in der Kita und der wahre Betreuungsschlüssel in der Kita durch Fachkräfte lag bei 1:9. In der Rückschau glaube ich, dass ich mein Kind nicht hätte in die Krippe geben sollen. Es gab so viele Situationen, in denen die Bedürfnisse der Kinder keine Beachtung fanden, sie funktionieren sollten. Frauen sollten sich nicht einreden lassen, dass ein Kind unter drei Jahren unbedingt fremdbetreut werden muss und davon besonders profitiert. Mein Kind sucht erst seit es drei Jahre alt ist, wirklich Kontakt zu Gleichaltrigen. In den Jahren davor steht aus meiner Sicht die Suche nach Geborgenheit an erster Stelle und die können viele Krippen aus Personalmangel und weil es eben Erzieher und nicht die Mütter sind, nicht ausreichend bedienen.

  22. Pingback: „Warum der Kindergarten unserem Kind nicht gut tat“ | HeiligeGeometrie.com – Spirituelles aus dem Web

  23. Habe soeben deinen Artikel gelesen und bin in Tränen ausgebrochen…. Haben auch zwei Jungs im selben Alter wie deine. Kindergarten seit September eine Katastrophe. Weinen, weinen, weinen fast jeden Morgen. Ich überlege schon länger, ihn daheim zu lassen, dein. Artikel hat mich noch mehr darin bestärkt! Danke!

    • Dann wünsche ich euch, dass es euch bald besser geht! Mein Großer sagt momentan manchmal, er möchte wieder gehen. Wir planen, umzuziehen und dann werden wir es nochmal versuchen, wenn er es dann wirklich möchte. Vielleicht war es einfach noch zu früh für ihn. Ich wünsche euch alles Liebe und Gute!
      Amy

  24. Ich habe den Text gelesen, weil immer unsicherer werde, ob der Kindergarten meinem Kind gut tut. Er verändert sich ähnlich wie dein Kind. Eine Woche hatte ich ihn mal zuhause in der Woche hatte er sich sichtlich entspannt. War wieder total kooperativ. Jetzt geht er seit zwei Wochen wieder und er weint auffällig viel, hat schlimme Wutausbrüche. Ärgert permanent seine Schwester. Ich habe das Gefühl, ich kann das Mama defizit am rest des Tages nicht mehr auffangen. Zudem wiederholt er täglich, dass er nicht hinmöchte. Und zuletzt heute nacht im schlaf. Ich dachte die ganze Zeit, er braucht vielleicht noch Zeit. Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Er ist immerhin schon ein halbes Jahr dort.

    • Liebe Mirjam,

      ich habe auch oft gedacht, das legt sich schon noch. Fraglich bliebe, ob es sich wirklich gebessert hat oder das Kind schlussendlich resigniert und deswegen nicht mehr bittet, daheim bleiben zu können.
      Ich kann nur für uns sprechen, aber hier wurde es eindeutig viel entspannter, als er wieder daheim blieb. Zwischendurch erzählte er, dass er gerne wieder ginge. Wenn ich aber von mir aus nachfrage, verneint er dies grundsätzlich. Ich muss aber auch sagen, dass er ein sehr aktives Draußenkind ist und das könnten ihm die hiesigen Kindergärten so gar nicht geben.
      Ich wünsche euch, dass ihr eine Lösung findet, mit der es euch als Familie gut geht!
      Herzliche Grüße
      Amy

      • Liebe amy,
        Diesen Gedanken, ob es Resignation ist oder er sich dann wirklich dort wohl fühlt, habe ich ständig im Kopf. Ich habe schon jetzt das Gefühl, dass er mir zuliebe dort bleibt, wahrscheinlich weil ich ihm im Moment keine Wahl lasse. Ich bin sehr verunsichert… Wahrscheinlich wegen dem gesellschaftlichen Druck. Rauszunehmen finde ich deutlich schwieriger, wie erst garnicht anmelden.

  25. Hmm..sehr schön und einfühlsam geschrieben! Aber eine Frage bleibt trotzdem. Was macht ihr, wenn es in der Schule genauso läuft? Zu Hause lassen?

    • Tja, das werde ich erst in zwei Jahren beantworten können. Homeschooling ist in Deutschland derzeit nicht erlaubt und da die SchulPFLICHT besteht, werden meine Söhne in die Schule müssen. Auch wenn sie das nicht wollen. Auch wenn ich das nicht wollen sollte. Ich muss gestehen, bei meinen Freigeistern wird mir bei der Überlegung schon etwas flau im Magen. Am System der Schule gehört in meinen Augen auch viel verändert und neu gedacht. In Berlin gibt es eine Schule, die ein sehr interessantes Modell hat und die Schüler finden das wohl auch ganz toll. Ich glaube, im Artikel über den Jako.o Familienkongress habe ich das mit erwähnt.

  26. Ich habe den Artikel jetzt nach einem halbjährigen Praktikum im Kindergarten gelesen und muss sagen, dass ich den Kritikpunkten an vielen Stellen voll und ganz zustimme. Angefangen habe ich das Praktikum in dem festen Wunsch, auf Erzieherin umzuschulen und herausgegangen bin ich mit dem Vorsatz, „wenn ich Kinder habe, kommen die nicht in den Kindergarten“.
    Was ich da in einem halben Jahr erleben „durfte“ war teilweise wirklich erschreckend. Ich war bei den vier bis sechjährigen Kindern. Ein Junge, der motorisch noch nicht so weit entwickelt war, brauchte Hilfe beim Anziehen seiner gefütterten Regenhose. Als er es alleine nicht geschafft hat, hat er angefangen zu weinen, weil er es unbedingt schaffen wollte. Als ich zu ihm gegangen bin, hat man mich weg gepfiffen und mir gesagt, er müsse das alleine schaffen, und so lange er das nicht kann, lassen wir ihn weinend in der Umkleide sitzen. Ich weiß bis Heute nicht, was daran pädagogisch wertvoll sein soll.
    Ein anderer Junge wurde immer sehr schnell aggressiv und hat andere Kinder auch geschlagen, wenn die anderer Meinung waren als er. Die professionelle Meinung der Erzieher in der Einrichtung war, dass der Junge sehr intelligent ist und man es ja verstehen kann, dass er genervt ist, wenn andere Kinder noch nicht so weit sind. In meinen Augen kein Grund, ihn andere Kinder schlagen zu lassen!
    Ein Mal die Woche ging es in eine nahe gelegene Turnhalle zum Sport. So weit, so schön. Auf dem Rückweg mussten wir über eine Fußgängerampel. Wir (also ich auf jeden Fall und die Kinder auch) haben auf dem Bürgersteig schon die Feuerwehrsirene gehört, dann den Feuerwehrwagen gesehen und unsere Leitung ist trotzdem über die Ampel gegangen als sie grün wurde. Da ich ganz hinten stand, blieb mir nichts anderes übrig, als die Kinder zu drängen, ganz schnell zu gehen. Hinterher musste ich immer wieder erklären, dass es natürlich eigentlich falsch ist, sich bei der Feuerwehr vorzudrängeln. Die Kinder waren vollkommen verwirrt von der Aktion. Was verständlich ist, wie ich finde.
    Aber die Leitung war eh ne Marke für sich. Fast jeden Mittag wurde zu wenig Essen geliefert, so dass die Kinder noch Hunger hatten. Aber sie rufte nicht ein einziges mal bei dem Lieferanten an, um das weiter zu geben – laut ihrer eigenen Aussage, weil sie nicht gerne telefoniert. 😮
    Wenn ein Kind nicht sofort spurt, zieht sie es auch am Arm hoch und hinter sich her. Bei jeder Kleinigkeit hat sie Kinder angeschrien. Ich konnte und wollte das nicht. Daraufhin hat sie mir strafend gesagt, dass man Kinder anschreien und hart anpacken muss. Zwei Dinge, die ich immer noch stark bezweifel. Die Kinder haben mich respektiert und mochten mich, ohne hartes anpacken und dauernd schreien.
    Im Nachhinein frage ich mich manchmal immer noch, ob ich mich ärgern soll, dass sie mir kein gutes Zeugnis ausgestellt haben, oder ob ich das schon eher als Kompliment ansehen will. Denn die Erziehungsmethoden, die da vor Ort als gut und richtig angesehen wurden, kann ich nicht akzeptieren.

    So, nach einem gefühlten Roman…. Ich kann jedem nur raten, es ernst zu nehmen, wenn das eigene Kind sagt, dass es sich im Kindergarten nicht wohl fühlt. Vielleicht ist es nur schüchtern oder sensibel, aber vielleicht ist es auch tatsächlich kein guter Kindergarten. Auf jeden Fall Augen auf.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Das klingt auch sehr traurig für die dort betreuten Kinder. Als Eltern kann man sich solche Zustände ja oft gar nicht vorstellen. Meine Schwiegermutter erzählte mir kürzlich erst, dass sie erst Jahre später verstanden hat, was ihre Tochter in der Kindergartenzeit versucht hat, ihr zu erklären. Ihr fehlten damals aber einfach die Worte, um es erklären zu können. Ganz wichtig ist wirklich, seinem Kind zu vertrauen und es zu unterstützen.

  27. in Kita darf meine Tochter zwischendurch nichts essen , von 9 bis 11.30 gibt es nichts mehr und eigenen Apfel oder Banane auch nicht.
    Jeden tag gibt es nur weizenprodukte( Nudel, Pasta mit Tomaten souse, suppe mit Nudel, Tortellini, manchmal Pommes.
    usw.)
    seit 3 Wochen hat sie 4 kg zugenommen.

    Weizen ist sehr ungesund, nach den Gesprächen mit kita Leitung ging ich nur mit hochem Blutdruck nach hause.
    was tun?
    ich möchte nicht, dass meine Tochter ständig zunimmt und zwischendurch nichts essen darf.
    kita balg

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