Wie aus dem Aufräumen eine Sisyphosarbeit wurde #Spielplatzistüberall

Kürzlich bin ich auf dem Blog von Wheelymum gelandet und fand mich in einem Aufruf zur Blogparade #spielplatzistüberall wieder. Die Idee fand ich schön und daher möchte ich mich hiermit daran beteiligen.

Ordnung und ich – eine Hass-Liebe

Ich finde Ordnung toll und ich beneide jeden Haushalt, der top aufgeräumt ist. Bei mir selber schaffe ich das leider nie lange, denn ich bin einer dieser Menschen, die „mal eben kurz“ etwas wo hin stellen, um „nur ganz schnell“ etwas anderes zu erledigen. In der Wohnung liegen an (mindestens) drei Stellen Notizzettel, weil ich ständig irgendwelche Einfälle habe und die eben notieren muss. Dabei wird dann auch mal die Kaffeetasse im Flur vergessen. Oder die Gießkanne auf dem Wohnzimmertisch. Gleichzeitig finde ich es aber furchtbar, wenn mein Mann den Käse in das falsche Kühlschrankfach legt, aber das ist ja auch etwas völlig anderes…

Im Laufe des Tages sammelt sich da einiges an und am Ende räume ich die eine Hälfte auf, die andere vergesse ich aber sehr wahrscheinlich. Ich habe oft versucht, das zu ändern, aber das nächste „mal kurz ganz schnell“ lauert ziemlich sicher schon hinter der nächsten Ecke.

Immerhin war ich vorgewarnt.

Meine Erwartungen bezüglich Ordentlichkeit mit Kind waren gering, ich wohnte ja schon eine ganze Weile mit mir zusammen. Wirklich schwer kann das aber nicht werden, oder? Nun denn, zu meiner unschönen Angewohntheit kamen dann auch noch Schlafmangel und ein Tragling, der meine Aufräumversuche vom ersten Robben an sabotierte, dazu.

Zu allem Überfluss sammelte dieser Tragling jetzt auch noch eigenen Besitz an und verteilte selbigen fleißig wie eine Honigbiene in der gesamten Wohnung. Wenn er damit fertig war, konnte ich sicher sein, dass sämtliche Küchenschränke ausgeräumt wurden und (mit großer Wahrscheinlichkeit in Beisein von Besuchern) die elterlichen Unterwäscheschubladen geplündert wurden. Eigentlich kam mir das ja schon fast zu Gute, immerhin lenkten die ganzen bunten Autos, Bauklötze und Tangas den Besuch von den zugestellten Regalen ab…

Das Highlight des Tages war das allabendliche Aufräumen. Wer kann die Bauklötze schneller einsammeln und wer findet die meisten Autos? Meinetwegen kann dann auch ein wichtiges Spiel stehen bleiben, so lange ich nachts nicht Gefahr laufe, dagegen zu laufen und damit den Rest der Nachbarschaft zu wecken. Zum Thema habe ich letztens noch einen Artikel in der SZ gelesen: „Kinder lieben das Chaos

spielplatzistüberall

Der kleine Hocker auf dem Tisch wurde vom Großen vor dem Kleinen in Sicherheit gebracht

Hempels brauchen sich keine Sorgen machen…

Ja, oft stört es mich, dass hier in der Regel sehr viel ausgekippt und verteilt wird. Der Große ist nämlich wie ich: nimmt das Auto mit in die Küche, trinkt was und verlässt die Küche ohne Auto wieder. So gesehen kann ich mich auch schlecht beschweren, ich bin ja nicht besser. Momentan mache ich mir nur Sorgen, dass mal Kleinteile dabei sind, die der kleine Bruder verschlucken könnte. Wenn ich ansonsten beobachte, wie konzentriert tatsächlich mit diesem vermeintlichen Chaos gespielt wird, dann mag ich auch gar nicht unterbrechen, damit mal aufgeräumt wird. Mittlerweile teilen sich meine Bücher das Wohnzimmerregal mit einigen Spielsachen, die vorrangig dort bespielt werden.

Mir wäre es lieber, wenn im Bad oder der Küche nicht ständig etwas rumläge, aber mir ist bewusst, dass er eben bei mir sein möchte. Da wird unter dem Esstisch eine Höhle gebaut, während ich die Spülmaschine ausräume. Beim Einräumen möchte er dann vielleicht doch helfen und bevor wir aufräumen können, möchte das Baby gewickelt werden und wir entscheiden dabei spontan, nochmal raus zu gehen. Tja, dann wird es eben abends neben dem Kochen aufgeräumt.

Draußen ist das natürlich leichter. Bewegung und keine Möglichkeit, die Wohnung zu verunstalten. Steine als Auto, Bänke zum Turnen, Pfützen zum Hopsen und Stöcker als Bogen. Ich finde es total spannend, was alles ins Spiel integriert wird, wie mein Hummelpo manchmal hoch konzentriert eine halbe Stunde ruhig sitzen kann, wo er sonst immer in Bewegung ist.

Die Spielzeugwüsten verschwinden irgendwann von alleine, wenn sie älter sind. Wenn sie nicht mehr so viel in meiner Nähe sein möchten und ich weniger von ihnen mitbekomme. Bis dahin können sie das Wohnzimmer mit Bausteinen voll schütten, das Esszimmer zur Ritterburg erklären, die Terrasse in die Sahara verwandeln und sich voll auf ihr Spiel einlassen.

Aufgeräumt wird später.

Hast du nun vielleicht Tips für mich? Oder siehst du es ähnlich und klopfst mir virtuell verständnisvoll die Schulter? Dann schreibe mir in die Kommentare und mach mit bei Wheelymums Blogparade #spielplatzistüberall!

über Amy

Amy ist Mutter von zwei Jungs (*2013 & *2015) und schreibt auf dem Blog meinRabennest seit 2016 über pagane Elternschaft und eine freiere, gesellschaftskritische Sicht auf die Erziehung. Im November 2016 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und arbeitet von Zuhause aus in der Magieweberei, wo zauberhaften Filzpuppen, Edelsteinschmuck für das seelische Wohl und anderes Hexenwerk ein neues Zuhause suchen.

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